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Betreibung von Manent und 5M Bausysteme

  • Autorenbild: Urs Hegi
    Urs Hegi
  • 23. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Wie alles begann


Bei der Planung unseres Hausumbaus haben wir uns voll und ganz auf die Empfehlung unseres Architekten Luigi Guarino verlassen. Er hatte uns nicht nur seine langjährige Erfahrung, sondern auch zufriedene Kunden und gute Referenzen präsentiert, was unser Vertrauen in ihn stärkte. Er versprach uns, dass Paolo Guardabassi, der Inhaber der Firmen Manent und 5M Bausysteme, ein absoluter Profi sei. Das klang vielversprechend, und wir vertrauten ihm. Der Anfang war tatsächlich vielversprechend: Die Arbeiten starteten planmässig, und das Haus wurde wie vorgesehen ausgehöhlt.


Rechnungen im Schnelldurchlauf


Es dauerte nicht lange, bis wir feststellten, dass die Rechnungen – sagen wir mal – äusserst eilig waren. Wir hatten oft nur 1 bis 2 Tage Zeit, um diese zu begleichen. Am Anfang dachten wir uns nichts dabei. Aber mit der Zeit fragten wir uns, warum alles so hektisch ablief.


Das grosse Versprechen


Im November 2023 wurde uns von Luigi Guarino versprochen, dass wir vielleicht schon im Dezember oder spätestens Januar 2024 einziehen könnten. Dieses Ziel schien jedoch mit jedem Tag unrealistischer zu werden. Der Bau stagnierte, und unser Einzug verschob sich schließlich bis August 2024. Die Geschichte zu den Bauverzögerungen verdient allerdings ihren eigenen Blogpost.


Die Transparenz beginnt zu bröckeln


Je länger die Arbeiten andauerten, desto unklarer wurden die Rechnungen. Es war fast unmöglich zu verstehen, wofür wir eigentlich bezahlten. Luigi versprach uns immer wieder, dass am Ende ein detailliertes Bauprotokoll erstellt werden würde, das jede Leistung dokumentiert. Spoiler: Bis heute warten wir darauf.


Überraschungen im Juni 2024


Im Juni 2024 wurden wir dann mit einem ernsteren Problem konfrontiert: Luigi teilte uns mit, dass Paolo Guardabassi nicht mehr in der Lage sei, seine Rechnungen zu bezahlen. Wir sollten stattdessen eine Rechnung des Personalbüros sowie Materialrechnungen begleichen, um den Bau nicht zu stoppen. Das war für uns ein echter Wendepunkt. Wir waren hin- und hergerissen zwischen der Angst, dass der Bau komplett zum Stillstand kommt, und der wachsenden Skepsis gegenüber den Verantwortlichen. Das Vertrauen, das wir Luigi Guarino entgegengebracht hatten, begann ernsthaft zu bröckeln. Wir fragten uns, wie es so weit hatte kommen können und ob wir zu gutgläubig gehandelt hatten. Da wir zu diesem Zeitpunkt bereits in einer teuren Zwischenlösung wohnten, willigten wir widerwillig ein – allerdings erst, nachdem wir eine schriftliche Bestätigung von Luigi erhielten, dass diese Beträge von künftigen Rechnungen abgezogen würden.


Das gleiche Spiel – immer wieder


Im Juli 2024 folgte die nächste Bitte: Wir sollten die Mitarbeiter direkt bezahlen, da Paolo weiterhin zahlungsunfähig war. Widerwillig kamen wir auch dieser Aufforderung nach. Im August wiederholte sich das Szenario. Irgendwann wies ich Luigi darauf hin, dass wir mittlerweile mehr gezahlt hatten, als die gesamten Leistungen laut Offerten überhaupt wert waren.


Ein chaotischer Abschluss


Im September 2024 wurden die letzten Arbeiten abgeschlossen. Noch während der Abschlussarbeiten erhielten wir Schlussrechnungen, die sofort bezahlt werden sollten. Dies, obwohl die Baustelle in einem schlechten Zustand hinterlassen wurde und uns noch sehr viel Zeit und Geld gekostet hat (siehe Fotos).




Ausserdem wurden einige Leistungen für die wir bezahlt hatten nie erbracht, darunter:


  • 20.000 CHF für einen Kran, der nie auf der Baustelle war, obwohl die Kosten von uns schon längst beglichen wurden. Damals hiess es, wir könnten dies dann von den Schlussrechnungen abziehen.


  • 6.980 CHF für ein Gerüst, das wir separat mit einer anderen Firma bezahlt hatten und daher doppelt berechnet wurde. Auch dies sollten wir von der Schlussrechnung abziehen können laut Luigi Guarino (haben wir sogar schriftlich).


  • Zu viel berechnete Quadratmeter für Maler- und Gipserarbeiten: Es wurden Flächen von 660 m² berechnet, obwohl tatsächlich nur 280 m² ausgeführt wurden. Das führte zu einem erheblichen Aufpreis von über 20.000 CHF, der nicht gerechtfertigt war. Auf unsere Anfragen diesbezüglich haben wir bis heute keine Antwort.


  • 5.800 CHF für eine doppelt berechnete Abdichtung gegen Radongase.



Insgesamt summierten sich die nicht erbrachten oder überhöhten Leistungen auf über 100.000 CHF. Wir baten mehrfach um Klärung unserer Fragen, erhielten jedoch keine Antworten von Manent/5M, Paolo Guardabassi oder Luigi Guarino. Daraus schliessen wir, dass es dafür keine vernüftigen Begründungen gibt und daher müssen wir diese Beträge ebenfalls von den Rechnungen abziehen. Das bedeutet, dass Paolo Guardabassi mit seinen Firmen uns eigentlich sehr viel Geld schuldet.


Mängel in der Bauausführung


Ein weiteres grosses Problem sind die Mängel, die wir seit dem Einzug festgestellt haben. Im Büro, im Wohnzimmer, bei der Eingangstür sowie im Keller haben wir Schimmelbefall entdeckt. Zusätzlich gibt es Risse in der Decke, die auf eine mangelhafte Bauausführung hindeuten. Diese Mängel haben wir umgehend gemeldet, doch seit über zwei Monaten wurde nichts unternommen, um diese Probleme zu beheben. Der Umgang mit solchen gravierenden Mängeln enttäuscht uns extrem. Vor allem der Schimmel bedroht die Gesundheit unserer Kinder und macht uns grosse Sorgen.





Weitere Eskalationen durch Paolo Guardabassi


Wie sich die Situation weiterentwickelte, war für uns kaum zu fassen. Ohne jegliche Begründung wurden unsere bereits geleisteten Zahlungen nicht akzeptiert und wir wurden von Paolo Guardabassi betrieben. Die erste Betreibung erhielten wir kurz vor Weihnachten – in der Höhe von 59.000 CHF. Doch dabei blieb es nicht: In weiteren E-Mails von Herrn Guardabassi wurden wir plötzlich mit immer höheren Forderungen konfrontiert. Mittlerweile beläuft sich seine angebliche Forderung auf 104.000 CHF. Zudem wurde uns mit dem Bauhandwerkerpfandrecht gedroht, sollten wir nicht zahlen. Wir sind verzweifelt. Sind aber gleichzeitig bereit diese Angelegenheit vor Gericht zu klären wenn es nicht anders geht.


Wie es jetzt weitergeht


Kommende Woche haben wir ein Meeting mit dem Anwalt von Paolo Guardabassi sowie mit Paolo selbst und Luigi Guarino. Wir haben ausserdem einen Bauherrenberater hinzugezogen, um die Situation besser einschätzen und künftige Schritte professionell planen zu können. Wir sind gespannt, welche Inputs der Berater liefert und ob das Meeting endlich zu einer Klärung der zahlreichen offenen Punkte führt.


Update vom 23.01.25


Nicht allzu überraschend, haben wir keine Antwort auf unsere Terminvorschläge erhalten. Deshalb haben wir nachgefragt und gleichzeitig einige Mängel zum wiederholten mal gemeldet. Folgende Antwort haben wir von Herrn Marco Armati (dem Anwalt von Paolo Guardabassi) erhalten.


"Sehr geehrter Herr Hegi,

 

Ich bitte um Entschuldigung, aber wir haben keinen Termin gefunden, der unseren Vorstellungen entspricht.

 

Ich werde Sie diese Woche über unsere Verfügbarkeit informieren.

 

In der Zwischenzeit teile ich Ihnen mit, dass ich die Eintragung einer gesetzlichen Hypothek für den gesamten noch geschuldeten Betrag vornehmen werde, und ich bestreite die heutige E-Mail von Frau Erika Hegi an meinen Kunden und den Architekten Guarino, die völlig unbegründet, fadenscheinig und vor allem offensichtlich verspätet ist.

 

Vielmehr scheint es sich um einen unglücklichen Versuch zu handeln, einen Preisnachlass zu erhalten, der die Gespräche zur gütlichen Beilegung des vorliegenden Rechtsstreits gefährden könnte.

 

In der Zeit verbleibe ich mit freundlichen Grüssen,


Avv. Marco Armati"


Die Bilder oben zeigen die Mängel welche wir gemeldet haben (nicht zum ersten Mal). Falls mir jemand erklären kann warum diese unbegründet, fadenscheinig und verspätet sind würde ich mich über einen Kommentar unten freuen.

 
 
 

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